Posttraumatische Belastungsstörung

Was steckt dahinter?

»Er kannte das Wort Trauma, von dem er geglaubt hatte,
es würde ihn nie persönlich betreffen. Er hatte sich geirrt.
«

Schwerwiegende Ereignisse wie Gewalterfahrungen physischer und emotionaler Natur, die Konfrontation mit dem Tod, Kriege und Naturkatastrophen lösen bei nahezu jedem Menschen extremen Stress und ein Gefühl von Hilflosigkeit aus.

Treten unmittelbar nach dem traumatisierenden Ereignis starke Gefühlsschwankungen, Stress oder ein Gefühl von emotionaler Taubheit ein, spricht man von einer akuten Belastungsreaktion. Die Symptome legen sich meist nach kurzer Zeit wieder. In anderen Fällen können sie sich jedoch chronifizieren, dann spricht man von einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS). Diese bedarf dringend einer professionellen Behandlung, die dem Betroffenen hilft, das Trauma zu verarbeiten und zurück ins Leben zu finden.

In der Internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD-10) wird eine PTBS wie folgt beschrieben:
 "(...) typische Merkmale sind das wiederholte Erleben des Traumas in sich aufdrängenden Erinnerungen (Flashbacks), Träumen oder Albträumen, die vor dem Hintergrund (...) emotionaler Stumpfheit auftreten. Ferner finden sich Gleichgültigkeit gegenüber anderen Menschen, Teilnahmslosigkeit der Umgebung gegenüber, Freudlosigkeit sowie Vermeidung von Aktivitäten und Situationen, die Erinnerungen an das Trauma wachrufen könnten. Meist tritt ein Zustand von vegetativer Übererregtheit mit Vigilanzsteigerung, einer übermäßigen Schreckhaftigkeit und Schlafstörung auf. Angst und Depression sind häufig mit den genannten Symptomen und Merkmalen assoziiert und Suizidgedanken sind nicht selten. Der Beginn folgt dem Trauma mit einer Latenz, die wenige Wochen bis Monate dauern kann."

Quelle:
 Dilling, H., Mombour, W., Schmidt, M. H., Schulte-Markwort, E., & Remschmidt, H. (2015). Internationale Klassifikation psychischer Störungen: ICD-10 Kapitel V (F) klinisch-diagnostische Leitlinien (10. Auflage, unter Berücksichtigung der Änderungen entsprechend ICD-10-GM 2015.). Bern: Hogrefe Verlag.
(https://www.icd-code.de/icd/code/F43.1.html)